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21. Juli 2026

Streichung der Weideprämie: Ein falsches Signal für Tierwohl, Artenvielfalt und unsere Bio-Molkereien

Das Bundeskabinett hat beschlossen, die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) geplante Förderung der Weidehaltung sowie den Biotopverbund ersatzlos zu streichen. Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus fällt damit eine Maßnahme weg, die ab 2027 eigentlichen Rückenwind für mehr Tierwohl und ökologische Vielfalt bringen sollte.

Umweltverbände, bäuerliche Organisationen und Bio-Verbände äußern scharfe Kritik an der Entscheidung. Auch wir bei EPOS Bio Partner blicken mit Sorge auf diese Entwicklung.

Die Hintergründe der Entscheidung

Eigentlich sollten die zwei sogenannten Öko-Regelungen Anreize schaffen, um Milchkühe wieder mehr auf die Weide zu bringen und Biotope stärker miteinander zu vernetzen. Nachdem der Start bereits von 2026 auf 2027 verschoben wurde, kam nun das endgültige Aus per Kabinettsbeschluss.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium rechtfertigt den Schritt mit dem Vermeiden von neuem Verwaltungsaufwand für die verbleibende GAP-Förderperiode. Bis 2028 sollen keine neuen Öko-Regelungen eingeführt werden.

Massive Kritik aus Umwelt und Landwirtschaft:

  • Gebrochene Versprechen & Planungsunsicherheit: Verbände wie der Deutsche Naturschutzring (DNR) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sprechen von einem fatalen Signal. Betriebe, die auf die zugesagten Mittel vertraut und investiert haben, stehen erneut ohne politische Verlässlichkeit da.
  • Mehrbelastung für Tierwohl-Betriebe: Weidehaltung bedeutet für Landwirtinnen und Landwirte einen erheblichen Mehraufwand, der angesichts des schwierigen Milchmarktes dringend honoriert werden müsste.
  • Kritik am „Fake-Bürokratieabbau“: Bündnis 90/Die Grünen sowie Umweltverbände fordern den Bundestag auf, die Streichung im anstehenden parlamentarischen Verfahren im September nachzubessern.

Wie wir das bei EPOS Bio Partner sehen:

Als Bio-Vollsortimenter und Partner der regionalen Landwirtschaft erleben wir täglich, wie viel Herzblut, Arbeit und betrieblicher Mehraufwand hinter echter Weidehaltung und nachhaltiger Bio-Milchwirtschaft stecken. Dass die Politik ausgerechnet hier den Rotstift ansetzt und Anreize für Weidehaltung streicht, halten wir für ein völlig falsches Signal. Weidehaltung ist kein 'Bürokratie-Monster', sondern das, was Verbraucherinnen und Verbraucher zu Recht von moderner, artgerechter Landwirtschaft erwarten: gesunde Kühe auf grünen Wiesen, gelebter Bio-Standard und Schutz unserer Kulturlandschaft. Umso wichtiger ist es jetzt, dass der Markt Stärke zeigt. Wir bei EPOS stehen unverändert an der Seite unserer Erzeuger und Partner-Molkereien. Wer bei uns Bio-Molkereiprodukte und bayerische Hof-Qualität bezieht, setzt ein klares Zeichen gegen politische Kurzsichtigkeit – und für den Erhalt unserer regionalen, weidebasierten Öko-Landwirtschaft.

Was jetzt passieren muss

Im September wird sich der Bundestag nach der Sommerpause mit dem Gesetzentwurf befassen. Wir schließen uns den Forderungen der Agrar- und Umweltverbände an: Politik muss verlässlich bleiben! Wer den Wandel zu mehr Tierwohl und Artenschutz von den Höfen fordert, darf die Landwirtschaft bei der Entlohnung dieser gesellschaftlichen Leistungen nicht im Regen stehen lassen.

 

Quelle: BioPress Kabinett beschließt Streichung der Weideprämie
Bild: pexels.com